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Kni (Oberton-Mundgeige)

In Vietnam ist die K’ni (auch Đàn K'ný) Mundgeige beheimatet. Dort gehört sie zum Instumentarium der im zentralen Hochlands lebenden Minderheiten, u.a. den Jarai (Gia Rai), Ba Na, Xo-dang und Ro Ngao. Früher war sie ausschließlich in kommunalen Einrichtungen der ethischen Minderheiten zu hören – das Musizieren mit diesem Instrument im privaten Kreis verbot sich wegen der mystischen Klänge. Der Spieler galt ein Vermittler des Göttlichen.

Es handelt sich bei der K'ni um ein einsaitiges Instrument, dessen Korpus aus einem Bambusstab besteht. Mit einem Bogen, meist ebenfalls aus Bambus, erzeugt der Spieler die Töne. Die Besonderheit des Instruments liegt darin, dass es über keinen gesonderten Resonanzkörper verfügt. Stattdessen kommt der Mund zum Einsatz. Während der Spieler die Saite mit dem Bogen streicht oder leicht anschlägt, moduliert er unterschiedliche Töne (Obertöne) mit dem mehr oder weniger weit geöffneten Mund. Das kommt dadurch zustande, dass er das mit einem Baumwollfaden an der Saite befestigte Blättchen hinter die Zähne klemmt, was den Ton dorthin überträgt. Dabei bleibt es nicht aus, dass Musik ertönt, die schon ein wenig Ähnlichkeit mit Gesang hat. Die Jarai nennen die K'ni daher auch "Singendes Instrument".

Die Spieltechniken ähneln denen der Erhu (Đàn Nhi). Dabei kann die Saite entweder mit dem traditionellen Bambusbogen oder aber einem modernen Roßhaarbogen zur Schwingung gebracht werden. Es erfordert einige Übung, um dieses Instrument zum (wohl)klingen zu bringen.

Die K’ni Mundgeige erscheint auf den ersten Blick als ein recht einfach konstruiertes Instrument. Aber bei der Berücksichtigung der Resonanzerzeugung ist doch festzustellen, dass viel Wissen oder zumindest ein großer Erfahrungsschatz nötig war, um es zu entwickeln und herzustellen.

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