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Der DAN MOI Blog ♫

In unserem Blog schreiben wir über uns, über Maultrommeln und andere Instrumente, über Veranstaltungen und Künstler, die mit unseren Instrumenten zu tun haben.

  • Taucha ist magnetisch – die Stadt bei Leipzig zieht Maultrommeln an

    Seit 2014 steht in Taucha ein Pokal, der dem Ort in der Nähe von Leipzig symbolisch den Titel „Weltzentrum der Maultrommel“ verleiht. Taucha macht dieser Auszeichnung der International Jew´s Harp Society alle Ehre, denn in den vergangenen Jahren ist rund um Taucha viel passiert, was das kleine Instrument in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit rückt: Im November 2017 feierte der Maultrommel-Dokumentarfilm „The Strange Sound of Happiness“ von Diego Pascal Panarello seine Weltpremiere ganz in der Nähe von Taucha, beim Leipziger DOK Fest; Spiridon Shishigin, einer der besten Maultrommelspieler aus dem russischen Jakutien, kommt seit einigen Jahren regelmäßig zu Besuch, denn seine Tochter Maria Shishigin lebt und arbeitet seit knapp vier Jahren in der Region; seit 2007 findet das Maultrommel- und Weltmusikfestival „Ancient Trance“ in Taucha statt; und bereits seit dem Jahr 2001 arbeitet mit dem Musikinstrumentenhandel DAN MOI der Maultrommel-Weltmarktführer in Taucha. Man könnte meinen, von Taucha geht ein geheimer Magnetismus aus, der Maultrommeln anzieht.

    Stadtzentrum von Taucha. Marktplatz und Kirche. Foto: Stadt Taucha

    Der erste Impuls für die jüngste deutsche Maultrommel-Geschichte wurde von Clemens Voigt gesetzt. Clemens gründete gemeinsam mit Sven Roxi Otto den Musikinstrumentenhandel DAN MOI, der mit Maultrommeln und inzwischen auch vielen anderen Effektinstrumenten, Perkussion bzw. Kleinperkussion und Blasinstrumenten handelt. Standort der Firma wurde ein Fabrikgelände am Stadtrand von Taucha bei Leipzig. Mit DAN MOI sprangen Clemens und Roxi in eine Lücke, denn vor 20 Jahren noch war es enorm schwer, in Europa eine Maultrommel, z.B. aus Vietnam, Indien oder Russland zu kaufen. Clemens hat das selbst erlebt: Seine erste Maultrommel, die er von einem Freund geschenkt bekam, war eine Dan Moi, eine vietnamesische Maultrommel, die an den Lippen gespielt wird und einen zarten, obertonreichen Klang produziert. Er war fasziniert von diesem schönen Instrument. Clemens versuchte daraufhin selbst eine Dan Moi zu kaufen, aber das war gar nicht so einfach. Es gab noch kein so großes Angebot von Musikinstrumenten im Internet wie heute und im Handel wurden überwiegend österreichische Bügel-Maultrommeln verkauft. Clemens reiste kurz entschlossen nach Vietnam und machte die Maultrommelschmiede vor Ort ausfindig.

    In Vietnam begann die Reise auf der Suche nach Maultrommeln erst. Als klar wurde, dass es Maultrommeln noch in vielen anderen Ländern der Welt zu entdecken gab, folgten weitere Reisen, u.a. ins russische Jakutien, einem Mekka für Maultrommelliebhaber. Clemens besuchte das große Maultrommel-Museum in Jakutsk und hiesige Maultrommelschmiede, wie Chemchoev und Petr Osipov. Osipov schmiedete für Clemens seine ganz persönliche Maultrommel, die bis heute seine Lieblingsmaultrommel ist. Die Leidenschaft für die Vielfalt der Maultrommeln findet man im Sortiment von DAN MOI wieder: DAN MOI hat über 300 verschiedene Maultrommeln aus 30 verschiedenen Ländern im Angebot.

    Clemens Voigt und der jakutische Maultrommelschmied Chemchoev, um das Jahr 2000.

    Seit über zehn Jahren schon ist das Ancient Trance Festival, das die Freude am Maultrommel spielen feiert, ein festes Ereignis in Taucha. DAN MOI haben das Maultrommel- und Weltmusikfestival gegründet. Heute liegt es in der Hand eines gemeinnützigen Vereins und einer soziokratischen Organisation von Menschen, die alle von der Magie der „organischen Synthesizer“ in Bann genommen wurden. Im Schlosshof, in der Innenstadt und im Park von Taucha treffen sich im Sommer Fans der akustischen Trancemusik. Das Ancient Trance Festival ist mit mehreren Tausend Zuschauern das größte Maultrommelfestival in Europa. Maultrommelspieler aus der ganzen Welt geben sich hier die Hand.

    Zum Ancient Trance Festival im Sommer 2014 fand der Kongress der Internationalen Maultrommelgesellschaft (International Jew’s Harp Society, IJHS) statt. Mehr als 30 internationale Maultrommel-Fachleute trafen sich zu dieser Gelegenheit in Taucha. Sie hielten Vorträge, spielten Konzerte, diskutierten miteinander und gaben Workshops. Zusammen mit der Konferenz ist auch der Wanderpokal „Weltzentrum der Maultrommel“ an DAN MOI und somit nach Taucha vergeben worden. Der Ort, der als nächstes diesen Kongress ausrichtet, wird den Pokal dann von Taucha übernehmen.

    Der Pokal "Weltzentrum der Maultrommel" der International Jew´s Harp Society befindet sich seit 2014 in Taucha bei Leipzig.

    Das Ancient Trance Festival, das das nächste Mal 2019 im August stattfinden wird, bleibt ein Magnet und Treffpunkt für Maultrommel-Spezialisten. Schlendert man über das Festivalgelände, trifft man nicht nur Clemens Voigt und Sven Roxi Otto, sondern auch Maultrommelvirtuosen wie z.B. Áron Szilágyi und Neptune Chapotin. Inzwischen kann es auch außerhalb der Festivalzeit passieren, dass man einen der wichtigsten Maultrommelspieler der Welt durch die Straßen von Taucha oder Leipzig spazieren sieht. Spiridon Shishigin ist in letzter Zeit häufiger für Konzerte und Workshops in Deutschland anzutreffen, denn – vielleicht dank des geheimen Magnetismus von Taucha – Spiridons Tochter Maria lebt und arbeitet seit knapp vier Jahren mit ihrer Familie ganz in der Nähe von Taucha. Sie ist selbst eine ausgezeichnete Maultrommelspielerin und darüber hinaus Friedensbotschafterin.

    Zur Weltpremiere von Diego Pascal Panarellos Film „The Strange Sound of Happiness“ im November 2017 begrüßten Spiridon und Maria Shishigin die Gäste in festlicher, jakutischer Kleidung und mit Maultrommelmusik auf der Khomus. Dass die Weltpremiere eines neuen Dokumentarfilms über die Maultrommel ausgerechnet wenige Kilometer von Taucha entfernt stattfand, ist eines der jüngsten, höchst erfreulichen Zeichen für die Anziehungskraft, die von dem Pokal „Weltzentrum der Maultrommel“ und inzwischen vielleicht sogar von Taucha selbst ausgeht.

  • Die Flöte Moseño: Eine Rarität aus den Anden

    Die Flöte Moseño ist ein ganz besonderes, sphärisches Instrument. Flötistinnen und Flötisten schätzen sie wegen ihres warmen, sehr luftigen Klanges, der im Stande ist, tiefe Ruhe in die Umgebung zu bringen. Deshalb eignet sich das Instrument auch für Meditationen - ob für sich selbst oder für andere gespielt. Die Moseño ist leicht zu erlernen: mit ihren sechs Grifflöchern und einer einfachen Anblasvorrichtung fordert sie keine jahrelange Übung. Der argentinische Musiker Pablo Salcedo von der Gruppe Markama spielt leidenschaftlich gern Moseño. Ihn faszinieren die sanften, tiefsonoren Töne. 

    Moseno Bambusflöte

    Das Besondere an der Moseño ist ein Luftrohr, das auf das Schallrohr aufgesetzt ist. Diese Vorrichtung, die allein dazu dient, die Atemluft des Spielers oder der Spielerin an das äußerste Ende der Flöte zu transportieren, stammt von den traditionellen Moseños wie sie in Bolivien gespielt werden. Dort können die Moseños eine Rohrlänge von über zwei Metern erreichen. Sie klingen dann ganz besonders tief und hauchig. Das aufgesetzte Luftrohr erleichtert es dem Spieler die Grifflöcher zu erreichen, die sonst zu weit entfernt wären vom Mundstück. Deshalb wird die Moseño wie eine Querflöte gehalten. Für das Instrument sind verschiedene Schreibweisen geläufig: Moxeño, Mohoceño oder Moceño.

    Die Moseño in Bolivien

    In Bolivien werden Moseños zu öffentlichen Festen im Freien gespielt. „In der Regel erklingt nicht nur ein Instrument. Die Moseño wird in Gruppen von zehn, zwanzig oder mehr Instrumenten gespielt. Es gibt sie in vier Größen: die größte wird Salliwa genannt, danach kleiner werdend heißen Moseños Eraso, Licu und Chili“, schreibt Pablo Salcedo in einer Email an DAN MOI. Vorwiegend musizieren Männer auf den Moseños. Berühmt als ihr Ursprungsort ist die bolivianische Provinz Inquisivi, etwa fünf Autostunden östlich von Boliviens Hauptstadt La Paz gelegen. Dort finden jährlich die Mohoseñadas statt. „Traditionell werden die Moseños von Huancara-Trommeln und einer Imilla begleitet. Imilla ist eine hohen Oboe (ähnlich einer Chirimia) mit einem kreischenden Klang“, beschreibt Pablo. Zur Musik der Moseños tanzen junge, unverheiratete Menschen auf den Straßen.

    Die Mohoseñada (auch bekannt unter Moseñada) ist ein ritueller Tanz der Kultur der Aymara, der während der Regenzeit gespielt wird, also vornehmlich im Monat Februar. Er ist der Jugend und der Fruchtbarkeit der Erde gewidmet. Auch wenn die Kartoffelpflanzen lila und weiß erblühen, wird die Mohoseñada als Zeichen der Dankbarkeit an die Pachamama, die Mutter Erde, getanzt. Die Tänzer_innen tragen starke, markante Farben: rote oder grüne Röcke, gelbe oder rote Blusen. Ihr bewegungsreicher, ausgelassener Tanz steht für die Blüte und Kraft der Jugend. Inzwischen sind Tanz und Instrument so beliebt, dass sie in vielen Orten in der Region um La Paz gepflegt werden. Offizielle Anerkennung fand die Mohoseñada im Feburar 2011, als sie zum Immateriellen Kulturerbe von La Paz erklärt wurde.

    Andenmusik, Meditation und Geheimtipp für Flötenexperten

    Pablo Salcedo, der seit 1994 mit der Latin-Folk-Gruppe Markama spielt, beschreibt den Klang der Moseño als heilsam, voller Verständnis und Liebe. Die Moseño sei ein Instrument mit einer unglaublichen Persönlichkeit. „Bemerkenswert ist die Ausdruckskraft der Moseño, wenn sie zum Meditieren gespielt wird. Der Klang zieht nicht nur das Publikum in seinen Bann, sondern auch den Flötisten oder die Flötistin selbst. Das ist wirklich zauberhaft.“ Tatsächlich wird die Moseño gern für Musik verwendet, die zur Entspannung dient. Auch zur Unterstützung von Yoga Übungen oder Reiki und zum Meditieren werden die warmen Klänge der Moseño sehr geschätzt.

    Für Freunde der lateinamerikanischen Flötenmusik, ist die Moseño eine ganz besondere Spezialität. Sie ist ein Blickfang und begeistert gleichzeitig durch ihren warmen Klang. Auf ihr können alle bekannten Melodien aus der lateinamerikanischen Folklore gespielt werden. Getragene, langsame Stücke entfalten genauso ihre Wirkung wie schnellere Stücke aus dem Repertoire der Andenmusik. Auch der argentinische Flötenexperte Uña Ramos hat die Moseño gern gespielt. Die chilenische Gruppe Illapu benutzte die Moseño in einigen ihrer Stücke. Bekannt geworden sind vor allem die Lieder „Labradores“ und „Tristeza Incaica“. Beide Stücke betonen die melancholische Klangfarbe der Moseño. Sie erinnern daran, dass die Moseño in den Anden Boliviens auch auf Beerdigungen gespielt wird.

    Bisher ist die Moseño noch ein Geheimtipp unter Flötenfans. „Es ist ganz schön schwer ein Instrument von guter Qualität zu bekommen“, schreibt der Flötist und Begründer des World Flutes Festival Pablo Salcedo. Vielleicht ist das ein Grund dafür, weshalb sie bisher nur recht selten in Musikgruppen gespielt wird, die keinen unmittelbaren Bezug zu lateinamerikanischer Folklore haben. Jedoch ist auf ihr alles möglich. Das brasilianische Duo Portal malt mit der Moseño eine geheimnisvolle akustische Landschaft.

    Die Moseño ist diatonisch gestimmt. Gehalten wird sie wie eine Querflöte. Lange Instrumente legen die Flötisten manchmal auf der Schulter ab. Um die Flöte zum Klingen zu bringen, bläst man durch eine runde Öffnung am Luftrohr. Der Atemstrom wird durch das Rohr bis zum oberen Ende der Flöte transportiert. Dort trifft die Luft auf einen sogenannten Kernspalt, durch den der Flötenton entsteht. Die Moseño funktioniert in ihrer Tonerzeugung also genauso einfach wie eine Blockflöte. Den Ton gestalten kann man, indem die Luft mit unterschiedlich viel Druck in den Luftkanal geblasen wird. Die Moseño hat Ähnlichkeit mit der slowakischen Fujura. Diese sehr lange Hirtenflöte wird ebenfalls durch einen aufgesetzten Luftkanal gespielt. Die Fujara jedoch wird beim Spielen senkrecht gehalten.

    Vielleicht ist die Moseño in der westlichen Welt auch das Instrument der zelebrierten Einsamkeit und der Sehnsucht. Vor allem die großen, tiefen Flöten haben ihren Weg aus den bolivianischen Bergen in die Großstädte der Welt gefunden. Pablo Salcedo beschreibt ihre magische Wirkung, wenn er sagt: „Man kann die Moseño auch fabelhaft nur für sich alleine spielen und dabei einen meditativen Moment schaffen. Es spiegelt die spirituelle Beziehung wider, die zwischen Mensch, Natur und der Unermesslichkeit der Berge besteht.

    Die Moseños in unserem DAN MOI Shop wurden von einem Instrumentenbaumeister aus Portugal hergestellt, der sein Handwerk in Südamerika gelernt hat. Unsere Moseños sind aus europäischem Bambus, das Material ist also an die hiesigen klimatischen Bedingungen angepasst. Die Flöten sind von Spitzenqualität. Die Anfertigung eines Instruments dauerte etwa ein Jahr.

  • Zoord: Mit der Maultrommel über die gefrorene Lena

    Sie nennen ihre Musik Power-Folk. Und es stimmt, die Musik von Zoord treibt nach vorn und geht sofort in die Beine. Brandneue Melodien aus dem Osten Europas, deren Lebenslust und Spielfreude einen regelrecht anspringen. 2016 erschien die erste CD des ungewöhnlichen Trios aus Ungarn um den energetischen Maultrommelspezialisten Áron Szilágyi. 2017 machten sie dann erstmals Station beim Ancient Trance Festival in Taucha und auf dem Sziget Festival in Budapest.

    Unsere Musik hat ihren Ursprung in Siebenbürgen. Wir halten die Verbindung zur Tradition, aber wir formen sie so, wie wir sie heute verstehen, variieren sie nach unserer Stimmung und unserem Gefühl“, sagt Áron Szilágyi. Den regionalen Fokus hat Zoord seinem Violinisten Béla Drabant zu verdanken. Der ist in den vergangenen Jahren oft nach Siebenbürgen gereist, um dort mit den Musiker_innen zu spielen, die die alten Melodien noch von ihren Eltern und Großeltern gelernt haben. Manche dieser Leute sind inzwischen schon gestorben, aber ihre Melodien werden weitergetragen u.a. in der Musik von Zoord.

    Dass die Instrumente Trommel, Violine und Maultrommel zusammengespielt werden, das ist etwas ganz besonderes. Das gab es so noch nie. Schon seit zehn Jahren spielen die drei Musiker von Zoord in verschiedenen Musikformationen zusammen. Alle drei haben einen ganz anderen musikalischen Background. Krisztián Almási an den Trommeln spielt als Schlagzeuger auch in Punk- und in Rockbands und gestaltet Musikprogramme für Kinder. Seine Spezialität ist es Punk und traditionelle Musik miteinander zu verbinden. Áron Szilágyi ist einer der vielseitigsten und kraftvollsten Maultrommelspieler der Welt. Er lebt und arbeitet ganz für die Musik. Nicht nur als Musiker, sondern auch als Leiter des Musikinstrumentenmuseums der Stadt Kecskemét. Alle drei Musiker kommen aus der Gegend um die ungarische Stadt Kecskemét, die bekannt ist für ihre Folkmusikszene.

    Die Initialzündung, sich als festes Bandprojekt zusammenzuschließen, war eine erinnerungswürdige Reise nach Sibirien. „Wir haben 2014 eine 14-tägige Tour durch Sibirien gemacht. Mitten im Winter. Es war bitterkalt. Das Wärmste, das wir erlebt haben waren –30 Grad Celsius. Nachdem wir von dieser Tour zurückgekommen sind, die wirklich großen Eindruck bei uns hinterließ, haben wir gesagt, der Name der Band soll auf diese kalte Tour durch Sibirien Bezug nehmen.“ Und so ist Zoord die animalische, wilde Auslegung des ungarischen Wortes „zord“, das düster, kalt oder rau bedeutet.

    Wir waren zum Internationalen Khomus Tag eingeladen und haben ein großes Konzert in Jakutsk gegeben. Danach sind wir noch in kleineren Städten und Dörfern gewesen.“ Beim Konzert von Zoord 2017 auf dem Ancient Trance Festival in Taucha erzählte Áron dem Publikum von dieser legendären Sibirien-Reise: die Gemeinderäume, wo die Konzerte stattfanden, schienen immer weit weg von den nächsten Häusern zu liegen. Weit und breit war nichts von benachbarten Orten zu sehen. Steppe soweit das Auge reichte. Wie sollte je ein Mensch zu ihrem Konzert kommen in dieser entlegenen Gegend? Doch kurz bevor es losgehen sollte, drängten Gäste aus allen Richtungen in den Konzertraum und waren begeistert von dem, was sie hörten. „Es war wirklich ein Abenteuer, durch die Steppe und auf der gefrorenen Lena zu fahren. Nach der Reise haben wir einige neue Lieder geschrieben, die unserer Eindrücke verarbeiten.“

    Jakutien ist aktuell wohl die Region weltweit, die über die stärkste Maultrommel-Kultur verfügt. Wie verändert sich ein Maultrommelspieler nach so einer intensiven Reise? „Für mich wurde noch einmal ganz besonders deutlich, dass Melodie und Rhythmus verschiedene Rollen in Jakutien einnehmen. In Jakutien fließen die Maultrommelrhythmen mehr. Man ist nicht an den exakten Beat gebunden, die Musik fließt ganz einfach. Diese Spielart dient dazu einen anderen Geisteszustand zu erreichen, von der Gegenwart wegzudriften.

    Die Bilder von der Reise und diese nahe Erfahrung einer anderen Kultur haben dem Maultrommelspiel von Áron mehr Tiefe gegeben, sagt er rückblickend. Bei Zoord ist die Maultrommel mal Bass, mal Bordun und manchmal auch Melodieinstrument. Inzwischen gibt es die CD „Zoord“ und es liegen weitere Touren an „verrückten“ Orten auf der Welt hinter ihnen, darunter nach Japan und Kasachstan.

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