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Der DAN MOI Blog ♫

In unserem Blog schreiben wir über uns, über Maultrommeln und andere Instrumente, über Veranstaltungen und Künstler, die mit unseren Instrumenten zu tun haben.

  • Zoord: Mit der Maultrommel über die gefrorene Lena

    Sie nennen ihre Musik Power-Folk. Und es stimmt, die Musik von Zoord treibt nach vorn und geht sofort in die Beine. Brandneue Melodien aus dem Osten Europas, deren Lebenslust und Spielfreude einen regelrecht anspringen. 2016 erschien die erste CD des ungewöhnlichen Trios aus Ungarn um den energetischen Maultrommelspezialisten Áron Szilágyi. 2017 machten sie dann erstmals Station beim Ancient Trance Festival in Taucha und auf dem Sziget Festival in Budapest.

    Unsere Musik hat ihren Ursprung in Siebenbürgen. Wir halten die Verbindung zur Tradition, aber wir formen sie so, wie wir sie heute verstehen, variieren sie nach unserer Stimmung und unserem Gefühl“, sagt Áron Szilágyi. Den regionalen Fokus hat Zoord seinem Violinisten Béla Drabant zu verdanken. Der ist in den vergangenen Jahren oft nach Siebenbürgen gereist, um dort mit den Musiker_innen zu spielen, die die alten Melodien noch von ihren Eltern und Großeltern gelernt haben. Manche dieser Leute sind inzwischen schon gestorben, aber ihre Melodien werden weitergetragen u.a. in der Musik von Zoord.

    Dass die Instrumente Trommel, Violine und Maultrommel zusammengespielt werden, das ist etwas ganz besonderes. Das gab es so noch nie. Schon seit zehn Jahren spielen die drei Musiker von Zoord in verschiedenen Musikformationen zusammen. Alle drei haben einen ganz anderen musikalischen Background. Krisztián Almási an den Trommeln spielt als Schlagzeuger auch in Punk- und in Rockbands und gestaltet Musikprogramme für Kinder. Seine Spezialität ist es Punk und traditionelle Musik miteinander zu verbinden. Áron Szilágyi ist einer der vielseitigsten und kraftvollsten Maultrommelspieler der Welt. Er lebt und arbeitet ganz für die Musik. Nicht nur als Musiker, sondern auch als Leiter des Musikinstrumentenmuseums der Stadt Kecskemét. Alle drei Musiker kommen aus der Gegend um die ungarische Stadt Kecskemét, die bekannt ist für ihre Folkmusikszene.

    Die Initialzündung, sich als festes Bandprojekt zusammenzuschließen, war eine erinnerungswürdige Reise nach Sibirien. „Wir haben 2014 eine 14-tägige Tour durch Sibirien gemacht. Mitten im Winter. Es war bitterkalt. Das Wärmste, das wir erlebt haben waren –30 Grad Celsius. Nachdem wir von dieser Tour zurückgekommen sind, die wirklich großen Eindruck bei uns hinterließ, haben wir gesagt, der Name der Band soll auf diese kalte Tour durch Sibirien Bezug nehmen.“ Und so ist Zoord die animalische, wilde Auslegung des ungarischen Wortes „zord“, das düster, kalt oder rau bedeutet.

    Wir waren zum Internationalen Khomus Tag eingeladen und haben ein großes Konzert in Jakutsk gegeben. Danach sind wir noch in kleineren Städten und Dörfern gewesen.“ Beim Konzert von Zoord 2017 auf dem Ancient Trance Festival in Taucha erzählte Áron dem Publikum von dieser legendären Sibirien-Reise: die Gemeinderäume, wo die Konzerte stattfanden, schienen immer weit weg von den nächsten Häusern zu liegen. Weit und breit war nichts von benachbarten Orten zu sehen. Steppe soweit das Auge reichte. Wie sollte je ein Mensch zu ihrem Konzert kommen in dieser entlegenen Gegend? Doch kurz bevor es losgehen sollte, drängten Gäste aus allen Richtungen in den Konzertraum und waren begeistert von dem, was sie hörten. „Es war wirklich ein Abenteuer, durch die Steppe und auf der gefrorenen Lena zu fahren. Nach der Reise haben wir einige neue Lieder geschrieben, die unserer Eindrücke verarbeiten.“

    Jakutien ist aktuell wohl die Region weltweit, die über die stärkste Maultrommel-Kultur verfügt. Wie verändert sich ein Maultrommelspieler nach so einer intensiven Reise? „Für mich wurde noch einmal ganz besonders deutlich, dass Melodie und Rhythmus verschiedene Rollen in Jakutien einnehmen. In Jakutien fließen die Maultrommelrhythmen mehr. Man ist nicht an den exakten Beat gebunden, die Musik fließt ganz einfach. Diese Spielart dient dazu einen anderen Geisteszustand zu erreichen, von der Gegenwart wegzudriften.

    Die Bilder von der Reise und diese nahe Erfahrung einer anderen Kultur haben dem Maultrommelspiel von Áron mehr Tiefe gegeben, sagt er rückblickend. Bei Zoord ist die Maultrommel mal Bass, mal Bordun und manchmal auch Melodieinstrument. Inzwischen gibt es die CD „Zoord“ und es liegen weitere Touren an „verrückten“ Orten auf der Welt hinter ihnen, darunter nach Japan und Kasachstan.

  • Vogelstimmen-Spaß mit Kindern

    In vielen Ländern auf der Welt wird am 1. Juni der Internationale Kindertag gefeiert. Neben Deutschland begehen an diesem Datum vor allem die Länder in Mittel-, Ost- und Südost-Europa, wie Polen, Bulgarien, Rumänien und der Slowakei, diesen Tag, an dem die Träume und Interessen von Kindern im Mittelpunkt stehen. Auch in den USA, in Ecuador, Portugal, und China feiert man am 1. Juni den „Tag des Kindes“. Dann organisieren Kindergärten und Schulen Sommer- und Kinderfeste mit Spielen, Süßigkeiten, Tanz und Musik für die Jüngsten. Und natürlich gibt es oft auch kleine Überraschungen. Hier ein klingender Vorschlag von DAN MOI für einen zwitschernden und krächzenden Kindertag.

    Groowah

    Das Entenstimmen-Instrument Groowah ist eine Erfindung aus eigenem Hause. Das Besondere am Groowah ist sein „dicker Bauch“. Im Vergleich zu anderen Lockinstrumenten hat das Groowah einen Hohlraum, durch den verschiedenste Klangvariationen erzeugt werden können, z. B. durch das Schließen und Öffnen einer Hand vor der Schallöffnung. Die Idee für das Groowah hatten die DAN MOI Gründer Sven „Roxi“ Otto und Clemens Voigt, die als Musiker zusammen im „Little Tongue Vibration Orchestra“ spielten und für spezielle Klangeffekte handelsübliche Enten-Lockinstrumente nahmen. Diese hatten aber nur einen kleinen Resonanzraum. Um die Töne zu modulieren, benutzten Roxi und Clemens deshalb beide Hände und formten einen Hohlraum vor dem Ausgang der Entenstimme. Durch Schließen und Öffnen der Hände entstanden verspielte neue Sounds. So wurde die Idee geboren ein Instrument zu bauen, bei dem es den Hohlraum der Hände schon gibt und bei dem nur eine Hand statt zwei Hände gebraucht werden – ein Effektinstrument also, das auch auf der Bühne für lebendige, rhythmische Klänge sorgt.

    Der Prototyp des Groowah musste einen schmalen Hals haben, der in einen 4 bis 5 cm großen, runden Hohlraum mündet. Mit dieser Idee machten sich Clemens und Roxy auf die Suche nach einem pfiffigen Handwerker, der ein solches Instrument nach ihren Vorstellungen anfertigen konnte. In Vietnam fanden sie einen Meister seines Faches, der bis heute die Groowah für DAN MOI anfertigt. Das Groowah macht Kindern, Teenies und Erwachsenen gleichermaßen Freude, ist leicht zu spielen und setzt der Fantasie keine Grenzen.

    Zwitschervögel

    Es gibt noch viele andere Vogelstimmen, die mit Instrumenten nachgeahmt werden können. Mit Hilfe der kleinen Klangerzeuger können Kinder Vogelstimmen kennenlernen und erforschen. Oder einfach nur jedem Menge Spass haben, wie mit den lustigen Zwitschervögeln – kleinen Blubberpfeifen aus Ton, die mit Wasser gefüllt werden und ganz einfach zum fröhlichen Zwitschern gebracht werden können.

     

    Vogelpfeiferl

    Ganz vielseitig ist auch das Vogel-Pfeiferl. Mit diesem Zwitscherblättchen kann man von der Nachtigall bis zum einheimischen Spatzen die verschiedenartigsten Vogelgesänge imitieren und er passt in jede noch so kleine Hosentasche.

     

    Trällernde Vogelwelt

    Den Ruf des Kuckucks und der Taube bringt z. B. eine Effektpfeife aus Frankreich hervor. Der Eulen-Ruf kann mit den unterschiedlich großen Holzeulen von DAN MOI nachgestellt werden. Es gibt außerdem Musikinstrumente, die Käuzchen, Amseln, Gänse, Krähen und viele mehr imitieren.

    Windmaschine

    Unser Effektinstrument für Windgeräusche wird eigentlich ganz klassisch von Ornithologen als Lockinstrument für Häher oder Elstern benutzt. Doch wir haben schon erlebt, wie Kinder damit die gewaltigsten Stürme beschworen haben. ;-)

     

     

    Die schönsten Instrumente für Kinder

    Neben den Vogelstimmen und Effektinstrumenten findet ihr noch mehr aufregende und spielerische Klänge für Jung und Alt in unserem Shop, z. B. Shaker, Nasenflöten, Schafstimmen, Tamburine, Knackinsekten und Ocarinas.

    >> Link zum Shop >>

     

    Viel Spaß beim Tirilieren am Internationalen Kindertag wünscht Euer DAN MOI Team

  • Von der heilenden Kraft der Maultrommel. Die jakutische Maultrommelkünstlerin UUTAi

    In der weit im Osten Russlands gelegenen Provinz Jakutien ist die Maultrommel ein Nationalinstrument. Sie steht als Wahrzeichen und Botschafter für diese Region. Eine ihrer versiertesten Spielerinnen heißt Olena Podluzhnaya, die unter dem Künstlernamen UUTAi die Bühne betritt. Beim Ancient Trance Festival 2017 war sie mit ihrem Programm in Taucha zu Gast. Helen Hahmann von DAN MOI hat sie dort getroffen und sie u.a. nach der Wirkung von Maultrommelmusik auf den menschlichen Körper gefragt.

    „Ja, die Maultrommel ist das zentrale Musikinstrument für viele Menschen in Jakutien“, sagt Olena Podluzhnaya. „Wir nennen die Maultrommel Khomus. In unserer Kultur ist es ein sehr altes und schamanisches Instrument. Viele Menschen, vom Kind bis hin zu alten Leuten, spielen die Khomus.“ Ich sitze mit einer herausragenden Maultrommelspielerin aus Jakutien an einer Biertischgarnitur in der Scheune des Tauchaer Schlosses. Wir trinken heißen Tee aus weißen Plastikbechern. An diesem Ort, der dem Ancient Trance Festival als Backstage-Bereich dient, haben schon zahlreiche internationale Maultrommelspieler_innen ihre Instrumente für den Auftritt vorbereitet. Im Jahr 2014 anlässlich der Konferenz der International Jew´s Harp Society waren die jakutischen Maultrommelschmiede Petr Osipov und Revoriy Chemchoev hier. Gleich in ihren ersten Sätzen macht Olena Podluzhnaya deutlich, was das besondere an der jakutischen Maultrommel ist: „Diese Musik macht die Menschen gesund. Sie heilt. Die Khomus löst tiefe schamanische Vorgänge aus. Deshalb ist die Khomus in Jakutien heilig.“

    „Wenn ich selbst spiele, dann hat das eine heilende Wirkung auf meinen eigenen Körper, aber das Instrument wirkt auch positiv auf den Körper der Menschen, die der Khomus zuhören. Die Vibration ist gut für meinen Kopf, für meine Zähne, für meinen ganzen Körper. Die Schwingungen gehen schließlich durch den ganzen Körper durch. Die Leute, die die Khomus hören, können diese Schwingungen auch fühlen. Der Klang wird physisch spürbar. Die Schwingungen der Khomus bringen Menschen zum weinen, lachen, tanzen oder singen.“ 

    Olena Podluzhnaya´s Eltern sind vor 40 Jahren aus der Ukraine nach Jakutien gekommen. Ihre Familie habe also keine tiefen Wurzeln in der Sprache und Kultur Jakutiens, sagt mir Olena und lacht dabei über die weit verbreitete, aber falische Annahme traditionelle Kultur sei in jedem Falle etwas Uraltes. Olena wurde in Jakutien geboren und die jakutische Kultur, sei ihre Kultur, sagt sie. Bereits seit 24 Jahren spielt Olena Khomus. Khomus spielen hat sie in der Schule gelernt. Obwohl sie ausgebildete Pianistin ist, ist die Khomus inzwischen zu ihrem Lebensmittelpunkt geworden: „Ich bin ein wirklich glücklicher Mensch, denn ich mache die Arbeit, die ich liebe, ich spiele und unterrichte Maultrommel.“ Zwei Jahre ihres Lebens spielte UUTAi auch mit Albina Degtyareva im Trio Ayarkhaan. Albina war ihre Maultrommel-Lehrerin in der Schule.

    Der Künstlername UUTAi setzt sich aus den jakutischen Worten Wasser, Geheimnis und dem Verb „erschaffen“ zusammen. UUTAi heißt also, „das Geheimnis, das vom Wasser erschaffen wurde“. Die Verbundenheit mit der Natur und den Klängen aus der Natur sind in UUTAi´s Musik unüberhörbar: „Das kommt aus der schamanischen Tradition. Die Tierstimmen von Kranichen, Pferden und Wölfen, die ich auf der Maultrommel nachahme, sind Klänge von schamanischen Ritualen. Ein Schamane wechselt in den Ritualen seine Rolle. Er wird zum Wolf oder zum Kranich, und reist dadurch zwischen den Welten.“

    „Heute spielen Frauen und Männer Khomus in Jakutien. Früher allerdings war das eine reine Frauensache. Wenn die Frau ihren Mann von der Jagd zurück erwartete, spielte sie die Khomus. Sie saß dann vor der Feuerstelle im Haus und während sie wartete führte sie ein Ritual durch, damit der Ehemann gesund von der Jagd zurück kommen möge. Heute wird die Khomus deshalb auch von Schamanen benutzt bzw. von den weiblichen Schamanen, den Udagan.“ Es gibt Menschen, die zu UUTAi kommen und sie um Hilfe bitten. UUTAi sagt von sich selbst nicht, dass sie eine Udagan sei, aber die Khomus könne manche Menschen in schwierigen Lebenslagen unterstützen. „Die Khomus stellt die magischen Momente her, nicht ich.“ Sie selbst sei nur ein Medium, die Vermittlerin zwischen Khomus und Mensch. Die Khomus ist es, die den Menschen helfen könne bei der Meditation. Sie sagt, die Khomus reinigt und hilft Leuten wieder auf ihr Herz zu hören.

    „Wenn ich die Bühne betrete, dann weiß ich vorher nie, was ich spielen werde. Denn die Khomus spielt mit mir. Sie spielt mit meinen Emotionen, mit meinen Gefühlen und mit den Leuten, die das Konzert hören. Die Khomus nimmt all diese Energien auf und macht Musik draus. Ich kann nicht sagen, dass das meine Musik ist, die ich spiele. Es ist die Khomus, die sie spielt.“ Es sind improvisierte Stücke, die UUTAi auf der Bühne präsentiert. Sie greife lediglich auf ein bestimmtes Repertoire an Techniken zurück, wie z.B. das Wolfsgeheul. Die Musik hat keine Titel, es sind eher Themen, die sie mit der Maultrommel beschreiben will, wie z.B. den Kampf zwischen Kriegern in alter Zeit.

    UUTAI spielt international Solokonzerte und meditative Konzerte, sie unterrichtet und gibt Master Classes, u.a. war sie als Musikerin und Workshopleiterin in China, Japan, Norwegen, Schweden, Libanon, Venezuela, Ungarn und Deutschland. Auch im Internet veröffentlicht sie Unterrichts-Videos zum Maultrommel lernen auf Russisch und Englisch.

    „Ich besitze Maultrommeln, die ich nur bei Konzerten spiele. Andere benutze ich nur für Mediationen. Wieder andere benutzte ich, um Menschen in Trance zu versetzen. Am liebsten spiele ich auf Maultrommeln von Afanasievich Mandarov. Aber ich habe auch viele andere Maultrommeln aus der ganzen Welt.“ Die Konzert-Khomus, die UUTAi spielt, um die Leute zu unterhalten, sie zum Tanzen anzuregen, klingt laut und ist schwingungsreich. Für Meditationen benutzt sie hingegen Instrumente, die ruhiger schwingen und lange Vibrationen erzeugen können. Denn diese Klänge beruhigen und entspannen.

    UUTAi nimmt den letzten Schluck aus ihrem Teebecher, greift nach der Tasche mit ihren Maultrommeln und beginnt sich für das Konzert auf dem Schlosshof in Taucha fertig zu machen. Sie hält das Kostüm aus Leder, Metallbeschlägen, Tierpelz und Pferdehaaren in die Hände und ruft mir auf meinem Weg nach draußen noch zu, „das ist ein Udagan-Amazonen Kostüm. Es drückt aus, dass ich Teil der Natur bin. Siehst Du, es ist alles miteinander verbunden, das Kostüm, die Musik, die eigene Stimmung und die Khomus’, die man benutzt …“.

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