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Instrumente

In dieser Kategorie stellen wir ausgewählte Instrumente aus unserem Shop vor, schwärmen von unseren Lieblingsinstrumenten und präsentieren die spannendsten neuen Produkte im Onlineshop.
  • Stay Home! Make Music!

    Stay Home Make Music

    In diesen besonderen Zeiten sind viele von uns zu Hause, um die Ausbreitung von Covid-19 einzudämmen und das ist gut so! Auch wir bei DAN MOI arbeiten hauptsächlich im Homeoffice und sind dankbar für alle, die den Versand aufrechterhalten.

    Dennoch steht in diesen Tagen sicher für einige von uns mehr Zeit zur Verfügung (nach dem Homeoffice, der Versorgung der Kinder, etwas Zeit an der frischen Luft usw.), sich mit Musik zu beschäftigen - Zeit für's Homestudio! Dafür haben wir für euch ein paar Ideen, die aus unseren Erfahrungen der letzten Jahre rühren, zusammengetragen. Viele namhafte Firmen aus dem professionellen und Homestudio-Bereich bieten momentan gänzlich kostenlose Angebote bis zu einem bestimmten Zeitpunkt für uns Musiker an - wir würzen sie mit ein paar eigenen Tipps für euch!

    Für alle nachfolgenden Vorschläge findet ihr hinreichend Tutorials auf den bekannten Videoplattformen. 😊

    Was ihr auf jeden Fall brauchen werdet, ist ein Computer. Für die folgenden Ideen braucht ihr keine großen Maschinen. Euer übliches Arbeitsgerät sollte dem gut gewachsen sein.

    Mikrofon

    Aus unserer langjährigen Erfahrung haben sich (im preiswerten Bereich) folgende Mikrofone als empfehlenswert herausgestellt:

    Sennheiser e845(S)

    Es ist perfekt für den Live- und Studioeinsatz der Maultrommel. Dieses dynamische Mikrofon begleitet uns schon viele Jahre auf der Bühne und ist auch für's Homestudio geeignet. Es hat nunmehr einen Nachfolger, ist aber sicher preiswert bei diversen Online-Portalen (eBay etc.) erhältlich.

    AKG C 3000

    Für alle anderen Instrumente, von Gitarre bis Flöte oder Kalimba, ein preiswertes Großmembran Kondensator Mikrofon mit vielseitigen Möglichkeiten. Auch dieses Mikrofon ist sicher preiswert gebraucht erhältlich. Für das Kondensatormikrofon braucht ihr allerdings eine 12V Phantomspannung über ein Mischpult oder direkt über die Soundkarte. Und damit sind wir beim nächsten Punkt.

    Soundkarte

    Die eingebauten Soundkarten in Desktops und Laptops kommen im Home Studio leider schnell an ihre Grenzen. Das betrifft u.a. Klangqualität, Latenz und die Vorverstärker. Wir empfehlen daher den Einsatz einer externen Soundkarte.

    Focusride Scarlet: Solo oder 2i2

    Sehr zu empfehlen sind die kleinen roten Soundkarten von Focusride und hier besonders die Focusride Scarlet Solo oder 2i2. Bester Klang auch in den Mikrofonvorverstärkern zu einem relativ kleinen Preis, stabil und mobil dazu. Das Ganze dann direkt in Verbindung mit einer DAW gebracht…

    Digital Audio Workstation (DAW)

    DAWs sind das Software-Herzstück des Home Studios. Hier läuft alles zusammen und wird alles gesteuert.

    Ableton Live

    Die Digital Audio Workstation Ableton Live ist ein sehr intuitiv bedienbares Aufnahme- und Kompositionsprogramm, welches wir sehr gern nutzen. Derzeit bietet Ableton eine Laufzeit für die Demoversion von 90 (!) Tagen an. In Ableton habt ihr bereits Effekte, Looper, Synthesizer und vieles mehr.

    Steinberg Cubase/Wavelab Elements in der #stayhome Collection

    Steinberg bietet diese einzigartige Kollektion derzeit 60 Tage kostenlos an.

    Kostenlose DAW-Programme

    Die folgenden Programme sind kostenlos und haben nur geringfügige Einschränkungen gegenüber den kostenpflichtigen DAWs.

    Waveform Free (ehem. Tracktion7)
    Cakewalk
    Pro Tools/First
    Studio One 4 Prime
    Audacity (Audioeditor ausschließlich zum Bearbeiten von Tonsignalen)

    Plug-Ins

    Für einen schönen Hall, außergewöhnliche Echos und andere Effekte brauchst du natürlich hochwertige Plug-ins für die DAWs. Das sind Effekte, Synthesizer/Instrumente und Drum-Machines. Die Plugins sind übrigens meist mit allen DAWs kompatibel.

    Soundtoys Effect Rack

    Feinste Effekte aus der US-Edelschmiede jetzt bis zum 30. Juni kostenlos nutzbar.

    FabFilter

    Preisgekrönte Effekte aus den Niederlanden - jetzt 30 Tage kostenlos testen.

    Kostenlose Plug-ins

    Jhud Vocal King Pro (Kompressor)
    Fuse Audio Labs RS-W2395C (Equalizer)
    Acon Digital Verberate Basic (Hallgerät/Reverb)
    Ben Schulz JP-ME-1 (Hallgerät/Reverb)
    Fanan Clarinetica (virtuelles Klarinetten Plug-in)
    Beatassist ITS (rhythmischer Synthesizer)
    Electronik Sound Lab ESL-110 (virtuelle Drum-Maschine)
    Sampleson Push (Der One-Button-Synthesizer)
    Visare Tone Style Organ (virtuelle Orgel)
    Manda Audio 7Q (Equalizer)
    Manda Audio MT Power Drum Kit 2 (virtuelles Schlagzeug)

    Und hier noch eine kostenlose Sample-Library vom hochgelobten Studio - mit cineastisch-orchestralen Klängen aus ihrem neuesten Projekt. Kostenlos aus Anlass der Corona Krise:

    ProjectSAM - The Free Orchestra

    Zusammen musizieren

    Und dann? Wo sind die anderen, mit denen ich so gern musiziere? Im Moment sicherlich und hoffentlich auch zu Hause! Doch ihr könnt euch treffen und nahezu simultan an euren Ideen und Projekten arbeiten. Zum Beispiel auf Splice, einer Plattform, die direkt für Musiker auf der ganzen Welt geschaffen wurde. Hier könnt ihr eure Musikprojekte mit euren Freunden oder auch Musikern, die ihr noch gar nicht kennt, teilen, gemeinsam bearbeiten und veröffentlichen. Die Cloud-Funktion läuft, wenn ihr es so wollt, nahezu in Echtzeit.

    Klangvolle Grüße,
    Euer Dan Moi Team

     

    Disclaimer

    Wir erhalten weder finanzielle noch materielle Unterstützung von o.g. Firmen und befinden uns in keinerlei geschäftlicher Beziehung. Es handelt sich einzig um eine persönliche Empfehlung ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

  • Der Herzschlag des Orchesters: Die Rahmentrommel Riq

    Die Riq (Riqq) war über viele Jahrhunderte das wichtigste Percussioninstrument in Ländern wie Ägypten, dem Libanon und Syrien. Noch bis vor gut 70 Jahren war die Riq aus der arabischen Kunstmusik nicht wegzudenken. Obwohl die Rahmentrommel nur so groß ist wie ein Teller, wird sie in der klassischen arabischen Musik für ihren Klangreichtum, für ihre differenzierten Klangfarben und die hohen spieltechnischen Anforderungen an den Musiker hoch angesehen. Inzwischen wird die Riq in vielen Ensembles von der Darbuka ersetzt. Dadurch hat sie an Bedeutung verloren und entsprechend sind es nicht mehr viele Musiker, die die Riq bis zur Vollendung spielen können.

    Adel Shams del Din gilt als begabtester, noch lebender Meister der Riq. Er führt die virtuose klassische Riq-Spieltechnik weiter – nuancenreich und mit schier unendlichen, immer wieder überraschenden rhythmischen Wendungen. In Alexandria geboren lebt del Din seit fast 40 Jahren in Paris und konzentriert sich auf das Unterrichten seiner Kunst, auf Konzerte u.a. mit dem Al-Kindi Ensemble und auf die Aufnahme von CDs. Ein weiterer bedeutender Riq Spieler, Michel Merhej Baklouk aus dem Libanon, veröffentlichte 2012 ein Lehrbuch „Classical Riqq Technique“, in dem er seine Spieltechnik beschreibt. Inspirierende Riq-Rhythmen sind weiterhin in den Aufnahmen von Umm Kulthum zu hören. Über vierzig Jahre lang leitete der Riq-Spieler Ibrahim Afifi die Rhythmusgruppe des Orchesters von Umm Kulthum und wird heute als einer der einflussreichsten Riq-Spieler erinnert. Die Riq war Taktgeber und Pulsschlag in den traditionellen arabischen Orchestern. Sie steuerte Tempo und Intensität der Musik. Inzwischen spielen viele Percussion-Meister neben der Riq auch virtuos Darbuka.

    Bei der Riq handelt es sich um ein Tambourin. Traditionell wird bei der Herstellung der Riq ein Holzrahmen mit Fischhaut bespannt. In den Holzrahmen sind fünf Schellen zu je zwei Paar eingesetzt. Aufwendig gearbeitete Instrumente sind mit kleinen Mosaikteilen aus Perlen, Knochen, Horn oder farbigem Holz verziert.

    Das Wort Riq bedeutet übersetzt aus dem Arabischen Haut oder Pergament. Es spielt an auf das dünne Trommelfell, das für die abwechslungsreichen Sounds mitverantwortlich ist. Präzise, explosionsartige Schläge sind ebenso möglich wie subtile, zarte und zerbrechliche Töne. Die Schellen beleben den Klang der Rahmentrommel, machen ihn agil und kraftvoll. Die neuen Riqs werden mit Kunststofffell bespannt, das nicht so empfindlich ist wie natürliches Material. Das Trommelfell von hochwertigen Instrumenten kann auch gestimmt werden.

    Die Riqs von DAN MOI wurden in einer türkischen Werkstatt nach höchsten Qualitätsansprüchen hergestellt. Es gibt zwei Varianten: die Schellen der Riq Premium sind aus glattem Messing gearbeitet und die Schellen der Riq Pro bestehen aus gehämmertem Messing, was ihre Klangvariabilität erhöht. Der Mahagoni-Rahmen wurde mit einem synthetischen Fell mit hervorragenden Klangeigenschaften bespannt und nicht zu vergessen: die Instrumente sind stimmbar.

    Die Riq wird häufig vor der Brust senkrecht mit beiden Händen an der unteren Seite gehalten. Das Trommelfell zeigt vom Körper weg. Die Daumen halten den Rahmen, mit den freien Fingern wird gespielt. Eine Schelle befindet sich genau zwischen den beiden Händen. Die Schellen werden zum Klingen gebracht, wenn das Fell angespielt wird oder wenn man das Instrument rhythmisch bewegt und schüttelt. Sollen die Schellen wenige Geräusche machen, dann wird die Riq leicht geneigt. Wem das Halten der Riq Mühe macht, der kann das Instrument auch auf dem Oberschenkel absetzen und damit die Arme entlasten.

    Inzwischen ist die Riq auch ein beliebtes Percussioninstrument in anderen Teilen der Welt. Junge Percussionisten setzen die Riq in ihrer Musik ein, verwenden sie als erweiterte Klangfarbe in ihrem Instrumentarium, wie z.B. Yshai Afterman, David Kuckhermann oder Glen Valez.

  • Die Königin der Flöten: Die Bassflöte Fujara

    Als der Parlamentspräsident (und spätere Staatspräsident) der Slowakei Ivan Gašparovič 1995 das Kulturzentrum der slowakischen Stadt Detva feierlich eröffnete, bereitete er den Gästen auf dem Empfang ein erinnerungswürdiges Geschenk: er nahm die Einladung eines Gastgebers an, eine Melodie auf der in der Region beheimateten Flöte Fujara zu spielen. Ohne zu zögern setzte Gašparovič an und bot ein Stück auf der mannshohen Bassflöte dar. Keine andere Geste hätte besser vermitteln können, wie stark sich Gašparovič mit der slowakischen Kultur verbunden fühlt. 

    Foto von Tibor Szabó.

    Die Kleinstadt Detva, gelegen in einer Talsenke am Fuße der Westkarpaten in der Zentralslowakei, ist bereits seit den 1960er Jahren als Zentrum gelebter slowakischer Folklore bekannt. Detva ist auch die Wiege der Hirtenflöte Fujara. Im Gedächtnis der Slowaken hat die Fujara den Gedanken an nationale Souveränität und Unabhängigkeit bereits ganze 300 Jahren lang betragen. Mit der Gründung der Slowakei 1992 avancierte die Fujara dann nicht nur zum kulturellen, sondern auch zum nationalen Wahrzeichen. Ausdruck dieser Symbolträchtigkeit ist nicht zuletzt, dass Ivan Gašparovič seinen Staatsgästen gern eines dieser ausgefallenen Instrumente als Geschenk überreichte. Wir betrachten die Fujara in diesem Spannungsfeld zwischen nationaler Verankerung, kultureller Anpassungsfähigkeit und zeitbasierter Neuorientierung.

    Es ist ihre auffallende Größe, ihre Bauform und ihr Klang, die sie unter den europäischen Flöten zu etwas ganz Besonderem macht: die Fujara tönt dunkel, weich und organisch, gleichzeitig aber auch agil, fremd und futuristisch durch die beißend hohen Obertöne auf bis zu vier Oktaven. Die Melodien entstehen durch die geschickte Kombination von Grifftechniken und dem Überblasen der Grundtöne. So werden Klänge wach, die rauschen, strömen, sanft aufkreischen, rufen und dabei immer wieder in flüsternden Klangfarben in sich ruhen.

    Instrument der Räuber und der Schäfer

    Zu den slowakischen Fujara Meistern gehören u.a. Pavol Smutný, Tibor Kobliček, Juraj Kubinec und Dušan Holík. Sie beherrschen die überlieferte Spielweise. Traditionell bezieht sich die Fujara auf ein überliefertes Repertoire von Hirten- und Banditenliedern. Ja, Wegelagerer und Räuber waren auch Wegbegleiter der Fujara. Sie sollen – so erzählt es die Geschichte der Zentralslowakei – auf den Weiden und in den Wäldern gewissermaßen in Nachbarschaft mit den Schafhirten der Region gelebt haben. Die Hirten hüteten ihre Schafe in Begleitung von Musik und spielten auf unterschiedlichsten Flöten. Am bekanntesten sind zwei von ihnen: die kleine Koncovka und die große Fujara. Die Koncovka wird manchmal als kleine Schwester der Fujara bezeichnet. Sie ist ca. 50 cm lang und besitzt keine Grifflöcher. Die Töne werden allein durch Überblasen sowie durch Öffnen und Schließen der unteren Öffnung der Flöte erzeugt. Die größere Flöte, die Fujara, galt als Instrument des Herdenführers und obersten Schafhirten. Die kleinere Koncovka wurde eher von seinen Gehilfen gespielt. Auch deshalb wird die Fujara als „die Königin der slowakischen Musikinstrumente“ bezeichnet.

    Die oben erwähnte Nähe von Schäfern und gesellschaftlichen Außenseitern hat sich im Repertoire slowakischer Lieder niedergeschlagen: Die Lieder berichten nicht nur vom Leben in der Natur und bekräftigen ein humanes, aufrichtiges Miteinander; es sind auch improvisierte Stücke, die den Lauf des Flusses oder das Rauschen der Wälder nachempfinden. Die entrechteten Menschen, die außerhalb der Dörfer wohnten, brachten den Ruf nach Gerechtigkeit und Freiheit, gegen Besetzung und Unterdrückung in das Liedgut ein. Sie sind es auch, die heute als erste Verfechter slowakischer Unabhängigkeitsbestrebungen gelten. Ihr bekanntester Vertreter war der Räuber Juraj Jánošík, der heute als Nationalheld geachtet wird.

    Fujara Spieltechnik & Repertoire

    Das überlieferte Liedgut für die Fujara kombiniert Instrumentalspiel und Gesang. Die Fujara-Spieler waren und sind deshalb auch gute Sänger*innen. Eine Aufführung beginnt in der Regel mit dem markanten Anfangsmotiv, einem Signal, das rozfuk genannt wird. Dabei wird vom höchsten Ton der Flöte eine Tonfolge abfallend bis zum tiefsten Klang des Instruments gespielt. Traditionell wird auf der Fujara eine 12-tönige, mixolydische Skala gespielt. Auf die Anblasformel rozfuk folgt die erste Strophe, die auf der Flöte mit reichhaltigen Improvisationen, frei umspielt wird. Danach setzt der Fujara-Spieler ab und singt die Strophe noch einmal, um den Text zu Gehör zu bringen. Ein Beispiel für diese traditionelle Vortragsweise gibt der Meister Ladislav Libica in einer Aufnahme des Liedes „Kade idem, vsade trniem“, „Wohin ich auch gehe, erzittere ich“:

    Imposant ist die Größe der Fujara. Ihr Schallrohr misst bis zu zwei Meter. Es ist selten kürzer als 1,40 m. Der Spieler oder die Spielerin hält das Instrument senkrecht vor dem Körper. Wegen ihrer Länge werden Fujaras mit Hilfe eines am Instrumentenkorpus befestigten Anblasrohrs gespielt, das das Anspielen vereinfacht. Die Anblastechnik ist ähnlich der Vorrichtung an den Moseño Flöten aus Südamerika. So lässt sich auch die Fujara (ebenso wie die Moseño) relativ leicht anspielen. Der Ton entsteht wie bei einer Blockflöte durch eine sogenannte Kernspalte. Man bläst Luft durch das Rohr und es entsteht sofort ein Ton. Die Herausforderung, um die Fujara gut zu spielen, ist dann die Töne durch Griff- und Atemtechnik gut zu führen und anzuspielen.

    Die Fujaras besitzen drei vorderständige Grifflöcher. Die Grifflöcher befinden sich bei der Fujara im unteren Drittel der Instrumente. Der Spieler bzw. die Spieler*in muss ihre Arme oft etwas strecken, um die Grifflöcher zu erreichen. Der Mittelfinger der linken Hand bedeckt das oberste Griffloch. Die rechte Hand wird zu den beiden unteren Tonlöchern geführt; der Daumen der rechten Hand überdeckt das mittlere Griffloch und ihr Mittelfinger das untere Tonloch. Fujaras besitzen generell kein Griffloch für den Daumen auf der Rückseite des Rohrs. Ein Video schaut dem 2017 verstorbenen, sehr anerkannten Fujara-Meister Dušan Holík auf die Finger:

    Über die Ursprünge der Fujara weiß man bisher leider nur sehr wenig. Als sicher gilt, dass der Bau der Instrumente und ihre Verwendung ins 17. und 18. Jahrhundert datiert werden können. Möglicherweise spielten bei ihrer Entwicklung andere Musikinstrumente aus der Kunstmusik eine Rolle. Das Bassoon und die barocke Bassblockflöte für den Bau von Fujaras Anregung geboten haben.

    Die Fujara im 21. Jahrhundert

    Jede Fujara ist etwas Besonderes, ein Unikat. Die Instrumente werden von Hand gebaut, deshalb folgt jedes einzelne einer individuellen ästhetischen und klanglichen Konzeption. Die Bauweise der Instrumente wurde im Laufe der Jahre, der Nachfrage folgend, beständig an die Bedürfnisse der Musiker*innen angepasst. Heutige Instrumente werden den aktuellen Anforderungen gerecht, sie sind trotz ihrer Länge gut transportabel, einwandfrei gestimmt und dadurch auch mit anderen Instrumenten kombinierbar. Auch der Abstand der Grifflöcher ist im Vergleich zu älteren Instrumenten etwas komfortabler.

    Die DAN MOI Fujaras sind 150 cm oder 170 cm lang und aus Holunderholz gefertigt. Sie sind von handwerklich höchster Qualität, sauber gestimmt und sorgfältig behandelt, um garantiert lange damit Freude zu haben. Gestimmt sind die Flöten auf die vier Grundtöne A2, B(H)2, C#3 und D3 oder G2, A2, B(H)2 und C3. Intuitiver lässt sich die neuentwickelte Fujara Integral spielen, mit der man herrlich improvisieren kann. Die Skala kann noch um viele Töne der Obertonreihe erweitert werden. Indem der Spieler oder die Spielerin die Atemluft unterschiedlich stark in das Instrument bläst, können durch die Technik des „Überblasens“  weitere Töne der Obertonskala angesteuert werden. Gebaut hat die Fujaras von DAN MOI ein slowakischer Instrumentenbauer, der in Tschechien seine Werkstatt hat. Die Fujaras sind mit einem filigranen Ornament im oberen Teil der Flöte geschmückt. Die Oberfläche der Flöte ist mit Leinöl behandelt. An den Instrumenten von DAN MOI ist außerdem eine Klappe angebracht durch die das Kondenswasser, das beim Spielen entsteht, abgelassen werden kann.

    Heute gibt es viele Fujara Spieler – und das nicht nur in der Slowakei, sondern auch in anderen Ländern Europas und auf dem amerikanischen Kontinent. Inzwischen sind es nicht die Hirten, die Fujara spielen, es sind Menschen, die z.B. als Ärzte, Lehrer, Elektriker oder Anwälte in Städten leben. Neue Kompositionen für die melancholischen Bassflöten entstehen. Bereits seit vielen Jahren haben auch Musiker*innen aus den Bereichen Jazz- und Weltmusik die Fujara entdeckt und bringen sie in verschiedensten Kontexten zum Klingen. Musiker wie Marco Trochelmann, Bernhard Mikuskovics oder Max Brumberg machen die Fujara über ihre nationalen Grenzen bekannt. Die Fujara mit ihrem berührend tiefen Klang wird inzwischen auch zu therapeutischen Zwecken und zur Meditation eingesetzt.

    In der Slowakei selbst ist die Aufmerksamkeit für die Fujara, parallel zur 1993 gewonnen Unabhängigkeit der Slowaken, noch einmal signifikant gestiegen. Nachdem bereits in den 1960er Jahren mit der Gründung von Folklore-Festivals und instrumentenkundlichen Forschungen ein erster Aufschwung wahrnehmbar war, folgte seit 1975 ein Fujara-Wettbewerb für Spieler und Instrumentenbauer, der als Ausgangspunkt für die Renaissance des Instruments gilt. Die Fujara wurde in der ganzen Slowakei bekannt, behielt jedoch ihr traditionelles Zentrum in der Zentralslowakei, in der Region Podpol’anie, bei.

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