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Duduk

  • Bitter Apricot braucht Deine Unterstützung

    Das Team von blende39 braucht eure Unterstützung, um den Dokumentarfilm BITTER APRICOT fertigzustellen. Auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter könnt ihr sie unterstützen. (Link)

    Worum es in BITTER APRICOT geht, könnt ihr hier in den Worten von blende39 lesen:

    BITTER APRICOT erzählt die Geschichte eines einzigartigen Klangs, der weltweit Menschen in seinen Bann zieht. Ein Klang, der ein ganzes Volk im Inneren verbindet und den Armeniern eine Identität gibt. Eine Musik, die internationale Stars wie Peter Gabriel, Hans Zimmer oder Brian Eno begeistert und inspiriert. Es ist die Melodie der Duduk (Tzirana Pogh), der Aprikosenholzflöte aus Armenien. Ihr Meister ist Djivan Gasparyan. Der Film ist ein Portrait des Künstlers, der als 6jähriger Junge in einem Stummfilmkino das Instrument für sich entdeckt, als junger Mann die Sowjetunion bereist, zahlreiche Preise gewinnt, später Hollywood begeistert und mit der Duduk Botschafter der armenischen Musik in der Welt wird. Wir erleben ihn und an seiner Seite Djivan Junior, in dessen Hände der Großvater sein musikalisches Erbe legen wird. Wir begleiten die beiden auf diesem Weg und tauchen ein in ihre Musik. Ein Prozess von Liebe und Wissen um eine jahrtausendealte Tradition.

    Unsere erste Reise nach Armenien begann mit der Suche nach dem Geheimnis des Klangs der Duduk. Ein Klang, der uns nicht vertraut war, aber der tief in uns etwas berührte. Als wir Djivan in Jerewan trafen, realisierten wir, dass die Kraft seiner Musik eine spirituelle Reise in das Herz der armenischen Kultur sein würde. Seitdem fühlen wir uns mit den Armeniern und ihrer Kultur verbunden. Durch ihre Musik erleben und verstehen wir sie. Aus einer anderen Kultur kommend, sind wir beeindruckt von der Gastfreundschaft der Armenier und überwältigt von ihrem kulturellen Reichtum. Unsere Perspektive als Filmemacher gibt uns die Möglichkeit, visuelle Botschafter der Musik zu sein. Im April 2015 waren wir zum zweiten Mal in Jerewan und begleiteten Djivan Sr. und Djivan Jr. zu ihren Konzerten am Mahnmal Tzitzernakaberd und in die Spendiarov Oper. Hier versammelten sich die Menschen aus der ganzen Welt, um gemeinsam zu gedenken. Wir sind überwältigt, von der intensiven Stimmung und Kraft der Armenier in diesem Moment der Geschichte und dankbar, dass wir Djivan und all den wunderbaren Musikern so nah sein konnten.

  • Trauer, Magie und Glück: Die Duduk als stimmungsintensives World Music Instrument

    Roxi von DAN MOI spielt Duduk Roxi von DAN MOI spielt Duduk

    Der für die Duduk typische Klang wird oft als nachdenklich und schwermütig beschrieben. Dabei geht ein Zauber von den sanften Tönen dieses armenischen Doppelrohrblattinstruments aus, der die Menschen immer wieder aufs Neue in seinen Bann zieht. Tatsächlich ist das Repertoire an traurigen Liedern für die Duduk weit größer als es ausgelassene, tänzerische Melodien gibt. Was aber bedeutet traurig? Welche Klangfarben und Stimmungen können mit der Duduk ausgedrückt werden? Und wann klingt eine Duduk heiter?

    „Die Duduk ist das einzige Instrument, das mich zum Weinen bringt“, sagte der armenische Komponist Aram Khachaturian. Tatsächlich ist es eine außergewöhnliche Empfindsamkeit, die aus den Tönen der Duduk spricht. Ganz im Gegensatz zu anderen Oboenformen wie Zurna oder Shehnai strömt Milde aus dem Instrument: zarte, hauchdünne, manchmal zerbrechliche Töne prägen den Charakter der Duduk. So verblüfft es nicht, dass das Instrument in Armenien seltener auf einer Hochzeit, einem Geburtstag oder einer Tauffeier zu hören ist, dafür aber zu Anlässen erklingt, die eines weichen, einfühlsamen Klanges bedürfen, wie etwa Beerdigungen. Die Musik zweier Duduks, die in Armenien auf Beerdigungen gespielt wird, ist hoch angesehen: Eine Duduk spielt konstant den Bordunton. Die andere Duduk spielt die Melodiestimme, geschmückt mit Melismen, Vibrati und Slides.

    Der Duduk wird nachgesagt, sie vermöge es dennoch, Traurigkeit und Freude gleichzeitig zum Ausdruck zu bringen. In fast jedem Folk-Ensemble in Armenien ist mindestens ein Duduk-Paar angesiedelt. In Kombination z.B. mit Dhol, Kanun und Kamancheh verliert die Duduk ihren Schwermut und gewinnt an Leichtigkeit. Die Ensembles spielen zu öffentlichen Veranstaltungen und Konzerten und dienen häufig als musikalischer Rahmen für armenische Tanz-Gruppen. In diesem Zusammenhang unbedingt hörenswert ist das Gurdjieff Ensemble:

    Nicht nur weil die Duduk auf Beerdigungen gespielt wird, ist sie im Verständnis einiger Armenier ein „ersthaftes“ Musikinstrument, das eine gewisse Reife von seinen Spielern erfordert. Nicht alle Menschen könnten sie spielen, denn sie verlange mehr Kunstfertigkeit als andere, ähnliche Instrumente. Solche Vorstellungen, die bis heute unter armenischen Duduk-Spielern kursieren, halten den Mythos und den einzigartigen Charakter der Duduk am Leben.

    Dennoch greifen inzwischen auch außerhalb Armeniens viele Menschen zu dem Instrument. Denn die Duduk ist wie gemacht für Klangenthusiasten, die es genießen Tönen nachzuspüren und ihnen Zeit zu geben. Es ist ein Instrument für Klangforschende, die nach ungehörten Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Musikinstrumenten und Musikstilen suchen. Zweifelsfrei ist die Duduk ein Genuss für all jene, die das Magische, das Unsichtbare durch Klang in Bewegung setzen.

    Der venezolanische Musiker Pedro Eustache setzt die Duduk sehr erfolgreich in verschiedenen Stilrichtungen ein, darunter Popularmusik, Klassische Musik und Filmmusik:

    Außerdem inspirierend für neue Stil-Kontexte und Anwendungsbereiche für die Duduk sind das World Music Ensemble SANS und das Musikprojekt „Sakina & Roye Ma“ mit dem Spezialisten für die Doppelrohblattinstrumente Duduk, Zurna und Mey Emrah Oguztürk.

    Und für alle Spotify-Nutzer gibt es hier eine sehr schöne Playlist.

    Duduk Musik Empfehlungen Und hier sind noch ein paar Musikempfehlungen mit wunderbaren Duduk-Aufnahmen

     

  • "Musik, die im tiefsten Innern berührt": Zwei Dokumentarfilme berichten vom Maultrommelfestival 2006 in Amsterdam und von der Duduk in Armenien

    A Duduk Player's Desk

     

    Zwei klangvolle Dokumentarfilme stammen aus dem Haus der Magdeburger Filmproduktionsfirma Blende39, das sind Eva-Luise Volkmann und Peter Bräunig. Bereits 2006 erschien "Mundton", ein Portrait über die internationale Maultrommelszene, gedreht während des 5. Internationalen Maultrommelfestivals in Amsterdam. Auf Anregung des Maultrommel- und Dudukspielers Sören Birke entsteht nun ein zweiter Film. "Bitter Apricot" befindet sich noch mitten in der Produktion. Der Musikdokumentarfilm berichtet über die Beziehung zwischen dem weltberühmten Dudukspieler Djivan Gasparyan und seinem Enkel, der das Dudukspielen in die nächste Generation tragen möchte. Eva-Luise Volkmann von Blende39 sprach mit Helen Hahmann über die Beweggründe und den Reiz sich diesen beiden Musikinstrumenten in zwei Dokumentarfilmen zu nähern.

    Eva-Luise Volkmann und Peter Bräunig studierten Journalistik und Medienmanagement, als der Filmemacher und Maultrommelspieler Gerd Conradt an der Hochschule Stendal ein Seminar unter der Überschrift "Videopoesie" anbot. Als sich 2006 die Chance bot, mit Conradt nach Amsterdam zum Internationalen Maultrommelfestival zu reisen und dort einen Portraitfilm über die Maultrommel zu realisieren, mieteten Volkmann und Peter Bräunig mit Grit Bemann und Jessica Preuß einen Kleinbus und fuhren los. "Als wir auf dem Festival ankamen, hat uns am meisten beeindruckt, dass dort Menschen aus der ganzen Welt, aus unterschiedlichsten Kulturen zusammenkamen, die alle dieses kleine Instrument gespielt haben, das eine enorme Wirkung hatte. Dass das Instrument so eine starke Wirkung ausübte, war uns vorher gar nicht bewusst. Wir wussten auch nicht, dass es so viele Formen und Arten der Maultrommel auf der Welt gibt. Das war so eine ganz ferne Welt, die plötzlich in diesen europäischen Kontext getragen wurde. Diese Spielweise hatte etwas sehr ursprüngliches, etwas, das einen im Tiefsten inneren berührt", erinnert sich Eva-Luise Volkmann an den Dreh in Amsterdam. Der Film sollte die aktuelle Maultrommel-Szene und die damit verbunden Emotionen nachzeichnen.

    Im Film "Mundton" kommen viele der bis heute prägenden Protagonisten zu Wort: Tran Quang Hai, Albin Paulus, Anton Bruhin, Sylvain Trias, Luca Recupero. Faszinierend ist die Vielzahl der Menschen, die der Film portraitiert. Auch Sven "Roxi" Otto und Clemens Voigt, die Gründer von DAN MOI, sind in dem Film sehen, weiterhin der nordindische Musiker Bangalore Rajashekar auf der Morchang und Steev Kindwald aus den USA. "Der Film ist in der Maultrommelszene sehr bekannt, obwohl er noch nicht auf Festivals gezeigt wurde", berichtet Eva-Luise Volkmann. Mittlerweile kann man "Mundton" auch online bei Vimeo schauen.

    Die beeindruckende Geschichte des Duduk Virtuosen Djivan Gasparyan und seinem Enkel Djivan Gasparyan Jr. wird in "Bitter Apricot" erzählt, der Film soll 2016 fertig gestellt sein. Es ist die Geschichte des jungen Gasparyan, der mit Anfang 30 aus Los Angeles nach Armenien zurückkehrt, um von seinem Großvater Duduk spielen zu lernen. Gasparyan Sr. reicht das musikalische Erbe an seinen Enkel weiter. Dieser Prozess wird seit 2011 von dem Blende39-Team filmisch begleitet. "Die Geschichte des Films handelt von Djivan Sr., es ist eine fast märchenhafte Geschichte. Djivan Sr. hörte die Duduk das erste Mal im Alter von 6 Jahren in einem Stummfilmkino in Jerevan. Damals wurden die Schwarz-Weiß Filme von Duduk-Ensembles musikalisch begleitet. Er war so fasziniert und berührt von diesem Instrument, dass er entschied das Instrument zu lernen. Nach dem Film ging er zu einem der Männer aus dem Ensemble, Margar Margaryan, und fragte ihn, ob er ihm nicht ein Instrument schenken könne. Er bekam tatsächlich ein Instrument und begann darauf zu üben. Margar Margaryan wurde später Gasparyans sein Lehrer."

    Der Duduk-Altmeister und sein Enkel: Djivan Gasparyan Jr. & Sr. Der Duduk-Altmeister und sein Enkel: Djivan Gasparyan Jr. & Sr.

    Eva-Luise Volkmann erzählt diese Geschichte mit dem Wissen, welchen verblüffenden Weg Gasparyan genommen hat. "Als er Anfang der 1950er Jahre das erste mal nach Moskau zu einem Musikwettbewerb eingeladen wurde, wusste noch niemand, was eine Duduk ist. Er gewann diesen Wettbewerb unter 5000 anderen Teilnehmenden und bekam von Stalin den ersten Preis überreicht: eine goldene Uhr. Er spielte später noch viele weitere Wettbewerbe in der Sowjetunion, damals kannte ihn im Westen noch kaum jemand." Erst als Brian Eno 1989 auf die Duduk und Gasparyan Aufmerksam wurde, öffnete sich für das Instrument und seinen Interpreten der Weg gen Westen. Sein erstes Album "I will not be sad in this world" erschien bei All Saints Records in Großbritannien.

    Aufgrund der Überzeugung, dass das Wissen um die Melodien und die Spieltechnik der Duduk weiter gelebt werden müssen, hat sich Gasparyans Enkel nun auf den Weg gemacht, selbst die Kunst des Duduk Spielens zu lernen. Gasparyan Jr. sagt, "der Klang ist deine Stimme. Ich denke, wenn ich nicht mit meiner Stimme sprechen könnte, dann würde ich mich über mein Instrument, die Duduk, artikulieren. Das Duduk Spielen kommt aus deinem Inneren, alles zählt: wie du sprichst, dein Lebensstil, deine Gedanken. Das alles spielt eine wichtige Rolle." Djivan Gasparyan Sr. wurde 1928 geboren, heute gibt er mit seinem Enkelsohn gemeinsam Konzerte. "Das tiefste Anliegen von Djivan Sr. und Djivan Jr. ist es, diese Musik in die Welt tragen", hat Eva-Luise Volkmann bei den Filmdrehs beobachtet. Auch anlässlich des 100. Jahrestags des Genozids an den Armeniern im April 2015 reiste sie mit Peter Bräunig, Sören Birke und Rosanna Karapetyan nach Jerevan, um ein Konzert von den beiden Duduk-Spielern zu filmen und dokumentiert damit auch die gesellschaftliche Bedeutung von Duduk-Musik für viele Armenierinnen und Armenier weltweit.

    Hier ist der erste Teaser zu "Bitter Apricot" bei Vimeo zu sehen.

    Und hier ist die Facebook-Seite mit den aktuellsten Informationen zu BITTER APRICOT.

    Das Interview kann hier bei freie-radios.net auch nachgehört werden.

    Und mehr Info über Blende39 gibt's auf deren Website:

    Film-Produktionsfirma Blende39

     

     

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